Kurzüberblick
- Strukturiertes Mentoring, das fachliche Begleitung mit Karriereplanung verbindet, half Nachwuchsforschenden in Uganda, sich eigenständigen Rollen anzunähern.
- Die meisten Nachwuchsforschenden erreichten ihre Karriereziele, und viele sagten, das Programm habe ihre beruflichen Möglichkeiten erweitert.
- Schulungen zu Soft Skills, Netzwerkveranstaltungen und Plattformen für die eigene Forschung unterstützten die berufliche Entwicklung.
- Die Belege stammen aus dem Programm eines Instituts, daher beschreiben sie dieses spezifische Modell und nicht alle Forschungstrainings in Uganda.
Wie können Nachwuchsforschende in Uganda eigenständige Karrieren aufbauen?
Wenn du in Uganda am Anfang deiner Forschungskarriere stehst, kann der Weg in eine unabhängige Forschungsrolle unklar wirken. Trainingsangebote gibt es, aber herauszufinden, welche Kombination aus Mentoring, Kompetenzaufbau und institutioneller Unterstützung deine Karriere wirklich voranbringt, ist nicht immer leicht. Genau hier setzt an, wer Forschungskapazitäten stärken will. Eine Studie aus dem Jahr 2023 untersuchte ein auf Mentoring ausgerichtetes Modell an einem ugandischen Institut und befragte 80 Nachwuchsforschende in unterschiedlichen Karrierephasen. Die Ergebnisse geben praktische Hinweise. Die meisten Teilnehmenden erreichten ihre Karriereziele, und viele sagten, die Erfahrung habe neue berufliche Möglichkeiten eröffnet. Die Befunde zeigen auch, was weiterhin im Weg steht: begrenzte Forschungsgelder und langsame Verwaltungsabläufe.1
Mentoring mit fachlicher und praktischer Begleitung
Die Nachwuchsforschenden der Studie beschrieben ein Modell, das sie mit Mentorinnen und Mentoren zusammenbrachte, die sowohl fachlich als auch praktisch begleiteten. Das bedeutete Unterstützung bei der Forschung selbst und Hilfe bei der Karriereplanung und beim Schreiben für Veröffentlichungen. Genau diese Verbindung braucht es, um Forschungskapazitäten zu stärken. Die Nachwuchsforschenden schätzten es, jemanden an ihrer Seite zu haben, der sie durch die praktischen Seiten des Karriereaufbaus führte und nicht nur durch die fachlichen Anforderungen eines einzelnen Projekts.1
- Mentorinnen und Mentoren halfen den Nachwuchsforschenden, technische Herausforderungen in ihren Projekten zu bewältigen.1
- Die Unterstützung beim Schreiben von Manuskripten und bei Veröffentlichungen wurde als besonders wertvoll hervorgehoben.1
- Gespräche über die Karriereplanung halfen den Forschenden, über die nächsten Schritte über das laufende Projekt hinaus nachzudenken.1
- Die nicht-fachliche Begleitung, etwa Ratschläge zum Umgang mit institutionellen Abläufen, ergänzte die fachliche Ausbildung.1
Die meisten Nachwuchsforschenden erreichten ihre Ziele
Die Zahlen erzählen eine klare Geschichte. Rund 85 Prozent der Teilnehmenden sagten, sie hätten die Karriereziele erreicht, die sie sich beim Eintritt in das Programm gesetzt hatten. 65 Prozent berichteten, die Erfahrung habe ihre beruflichen Optionen erweitert und Türen geöffnet, die sie nicht erwartet hatten. Wer zum Zeitpunkt der Studie noch eingeschrieben war, bewertete den wissenschaftlichen Nutzen höher als diejenigen, die das Programm bereits abgeschlossen hatten: etwa 57 Prozent gegenüber 25 Prozent.1
Die Bereitschaft, das Modell weiterzuempfehlen, war groß. Rund 90 Prozent der Nachwuchsforschenden sagten, sie würden andere zur Teilnahme ermutigen. Die qualitativen Interviews ergänzten diese Zahlen um Tiefe. Die Nachwuchsforschenden beschrieben eine deutlich positive Wirkung auf ihre Forschungsausbildung und auf ihre berufliche Entwicklung insgesamt. Viele sagten, das Modell habe ihre Sicht auf die eigene Karriere verändert.1
Soft Skills, Netzwerken und Forschung sichtbar machen
Neben dem Einzelmentoring umfasste das Modell weitere Lernmöglichkeiten. Die Nachwuchsforschenden konnten an Schulungen zu Soft Skills teilnehmen, die etwa bei Kommunikation und Projektmanagement halfen. Netzwerkveranstaltungen boten Gelegenheit, sich mit anderen in unterschiedlichen Karrierephasen auszutauschen. Plattformen, auf denen Forschungsergebnisse geteilt wurden, ermöglichten es, die eigene Arbeit vorzustellen und Rückmeldung von einem größeren Publikum zu bekommen.
Diese Möglichkeiten unterstützten das akademische Wachstum auf eine Weise, wie es ein einzelnes Forschungsprojekt nicht kann. Der Zugang zur Forschungsinfrastruktur des Instituts und Hilfe bei Förderanträgen kamen als weitere Unterstützung hinzu. Dieser breite Ansatz ist typisch für wirksames Stärken von Forschungskapazitäten. Die Nachwuchsforschenden beschrieben die institutionellen Strukturen um sie herum als robust, was es erleichterte, sich auf die Forschung zu konzentrieren, statt in Logistik unterzugehen.1
Wo es hakte
Nicht alles lief rund. Die Nachwuchsforschenden nannten begrenzte Forschungsgelder als dauerhaftes Hindernis. Wenn Geld für Projekte knapp ist, kann auch ein starkes Mentoring die Lücke nicht vollständig schließen. Langsame Beschaffungsprozesse kamen als weitere Belastung hinzu und verzögerten Arbeiten, die die Forschenden gerne begonnen hätten.1
Auch Verzögerungen bei der Betreuung hielten einige zurück. Die COVID-19-Pandemie erschwerte die Lage zusätzlich, weil sie sowohl Mentoring-Beziehungen als auch geplante Schulungsaktivitäten unterbrach. Diese Herausforderungen hoben den Gesamtnutzen nicht auf, zeigen aber, wo stärkere Unterstützung nötig ist. Die Nachwuchsforschenden empfahlen, die Koordination des Mentorings sowie Beschaffungs- und Verwaltungsabläufe zu verbessern. Sie schlugen außerdem vor, das Modell bekannter zu machen und auf andere Einrichtungen auszuweiten.1
Was das für dich bedeutet, wenn du Forschungstrainings gestaltest oder finanzierst
Die Studie stützt die Idee, dass ein auf Mentoring ausgerichtetes Modell zum Aufbau von Forschungskapazitäten Nachwuchsforschenden in Uganda den Weg in eine unabhängige Karriere erleichtern kann. Sie zeigt auch: Mentoring allein reicht nicht. Die Nachwuchsforschenden brauchen fortlaufende Finanzierung, effiziente Verwaltungsabläufe und Gelegenheiten, ihre Arbeit öffentlich zu teilen. Wenn du Forschungstrainings gestaltest oder finanzierst, legen diese Ergebnisse nahe, dass dauerhafte Unterstützung und klare Prozesse genauso viel zählen wie die Inhalte des Trainings selbst. Die Belege stammen aus dem Programm eines Instituts, daher beschreiben die Ergebnisse dieses spezifische Modell und nicht die Forschungstrainings im Allgemeinen.1
Schritte, die du gehen kannst
- Wenn du einen Nachwuchsforschenden oder eine Nachwuchsforschende als Mentor oder Mentorin begleitest, plane regelmäßige Gespräche zu Wissenschaft und Karrierezielen, nicht nur zum Projektstand.
- Wenn du Forschungstrainings finanzierst, baue von Anfang an zeitliche Puffer ein. Beschaffung und äußere Ereignisse verzögern sich manchmal unerwartet.
- Ermutige die von dir unterstützten Forschenden, ihre Arbeit auch in frühen Phasen auf Konferenzen oder Workshops vorzustellen.
- Wenn du in der Verwaltung eines Forschungsinstituts arbeitest, prüfe Beschaffungs- und Betreuungsabläufe immer wieder auf Stellen, an denen es hakt.
- Vernetze Nachwuchsforschende mit Kolleginnen und Kollegen an anderen Einrichtungen. Der Blick über die eigene Einrichtung hinaus gehört zu einer guten Begleitung dazu.
Was bedeutet Forschungskapazitäten stärken?
- Forschungskapazitäten stärken
- Eine Reihe strukturierter Aktivitäten, mit denen Forschende die Fähigkeiten, das Wissen und die Unterstützungsstrukturen aufbauen, die sie für eigenständige Forschung brauchen. Dazu gehören Schulungen, Mentoring, Zugang zu Geräten und Unterstützung bei der Einwerbung von Fördermitteln.
- Mentoring
- Eine Beziehung, in der eine Person mit mehr Erfahrung eine Person mit weniger Erfahrung begleitet. In der Forschung geht es dabei meist sowohl um die fachliche Arbeit als auch um praktische Entscheidungen auf dem Karriereweg.
- Nachwuchsforschende
- Personen, die an einem strukturierten Forschungsprogramm teilnehmen, etwa auf Master-Ebene, während der Promotion oder nach der Promotion.
- Verbreitung von Forschungsergebnissen
- Der Prozess, Forschungsergebnisse mit anderen zu teilen, zum Beispiel durch veröffentlichte Artikel, Konferenzvorträge oder Gemeinschaftsveranstaltungen.
Wie diese Erkenntnisse entstanden sind
Diese Erkenntnisse stammen aus einer Querschnittsstudie mit Befragungen und vertiefenden Interviews, die zwischen Juli 2021 und Februar 2023 an einem einzelnen Institut in Uganda durchgeführt wurde. Die Online-Befragung umfasste 80 Nachwuchsforschende auf Master-Ebene, in der Promotion und nach der Promotion, darunter 20 Ehemalige und 60 Personen, die noch im Programm waren. 20 Nachwuchsforschende wurden gezielt für ausführlichere Interviews ausgewählt. Da alle Teilnehmenden aus einer Einrichtung kamen, beschreiben die Ergebnisse dieses spezifische Modell und Umfeld und nicht die Forschungsausbildung im Allgemeinen. Wenn du ähnliche Programme planst, lohnt es sich, diese Grenze im Kopf zu behalten.1
So ist dieser Beitrag entstanden
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